Louis Vuitton in Sex and the City

Procuct-Placement in Hollywood-Streifen ist schon seit langer Zeit kein Geheimnis mehr – denkt man zumindest, wenn man etwas mit der Branche zu tun hat. So berichteten wir kürzlich über eine gesichtete Prada Handtasche in dem brandneuen Blockbuster Mission Impossible 4. Viele Unwissende sitzen noch immer vor den Filmen und regen sich bei jeder eingeblendeten Marke über die angebliche „Schleichwerbung“ auf. Sollte diese Situation eintreffen handelt es sich in den meisten Fällen um einen unerwünschten Effekt bei der Produktwerbung – schließlich gibt es nicht’s wichtigeres für die Verantwortlichen, als ein gute emotionale Konnotation zwischen Marke und Zuschauer zu hinterlassen. Ein großes Ziel des Product Placements ist es nämlich, den Zuschauern das Markenimage, beziehungsweise verschiedene Produkte, näher zu bringen. Andere Unternehmen wollen hingegen nur das Markenlogo in den Köpfen manifestieren und in Erinnerung rufen.

Schleichwerbung – bringt das überhaupt was?

Die Antwort: wenn es gut gemacht wird auf jeden Fall. Product Placements sind für Filme besonders wichtig, da die beworbenen Labels die Filmproduktion unterstützen. Ohne diese Form des Marketings hätten die Filmemacher oft nicht genug Budget, denn allein durch Einnahmen der Kinozuschauer kann man einen aufwendigen Hollywood-Streifen nur nicht immer finanzieren. Für das Productplacement werden häufig Agenturen beauftragt, die sich dann mit Marken in Verbindung setzen. Eine bekannte Agentur ist „Propaganda GEM“ unter der Leitung von Igielko Henrich. Propaganda GEM sorgte schon für einige erfolgreiche Markenplatzierungen und Revivals mancher Modemarken. Zu den Kunden gehören BMW, Hermes, Casio und Lamborghini.

Warum gerade Mode in Sex and the City erfolgswirksam platziert wird

Die Serien und Filme von „Sex and the City“ sind vor allem bei Damen und jungen Frauen sehr beliebt. Aus diesem Grund bieten sich hier unzählige Möglichkeiten, ein Produkt zu platzieren. Dass es sich hier fast ausschließlich um Produkte für Damen handelt, versteht sich von selbst. Die Serie, in der Sarah Jessica Parker die Hauptrolle spielt, brachte schon einige Labels hervor, die vor dem Placement international gesehen noch völlig unbekannt waren. Dazu gehört auch Jimmy Choo, der seine weltweite Bekanntheit durch die Serie erlangte. Auch Mercedes Benz, Manolo Blahnik, Christian Louboutin, Vivienne Westwood und Starbucks konnten davon profitieren. Auch Luxuslabels wie Gucci, Prada und Dior konnten ihre Modestücke gekonnt unterbringen. Neben Schuhen, sind auch Designer Handtaschen Produkte, die oft präsentiert werden. Diesen Aspekt nutze vor allem die französische Luxus-Marke Louis Vuitton, welche ihre Taschen in den Filmen und Serien noch öfter unterbrachten.

Prada Damentasche Gucci Handtaschen Dior Handtaschen

Fallbeispiel: Louis Vuitton und Sex and the City

Die Marke konnte die Produkte noch mehr einbeziehen, da neben der visuellen Präsentation auch das verbale Placement stattfand. Die Produkte wurden namentlich benannt und durch die Darsteller selbst beworben. Louis Vuitton erreichte damit eine sehr erfolgreiche Markenplatzierung, da sie bei den Zuschauerinnen trotzdem nicht unangenehm oder zu aufdrängend war. Die Denim Patchwork Bag, welche zu dieser Zeit neu beworben werden sollte, fand man in einigen Serien – lediglich als On-Set Placement. Bei dieser Form wird ihr Name nicht genannt. Das Produkt erscheint nur ein- oder mehrmals auf der Bildfläche. Für die Handlung ist es jedoch unrelevant. Anders war es bei der Louis Vuitton Firebird Bag, die von Marc Jacobs und Richard Prince designt wurde. Sie wurde vollständig in die Handlung integriert. Im Film galt sie als Geschenk von Carrie an Louise und wurde mit dem Satz „It was the best money, I’ve ever spent“ bewertet. Hier handelt es sich fast schon um einen richtigen Werbespot, der im Film platziert wird.

Sex and the City Louis Vuitton
Sex and the City 2 Trailer

Diese Form des Marketings hat eine sehr viel stärkere Wirkung, als man im ersten Augenblick vielleicht vermutet. Die Zuschauerinnen lernen die Filmdarsteller kennen und bauen eine emotionale Verbindung mit ihnen auf. Oftmals entdecken die zuschauenden Damen sogar Gemeinsamkeiten, die sie mit der gespielten Filmrolle verbindet. Hier entsteht eine gewisse Vertrauensbasis, denn die Zuschauerin kennt die Eigenarten und Schwächen der Filmfigur. Hier kommt ein clever gesetztes Product Placement nach dem Vorbild von Louis Vuitton genau richtig. Nach dem Film hatten unzählige Damen das Bedürfnis, sich die „Firebird Bag“ zu sichern.

Was Louis Vuitton so besonders macht

In dieser besonderen Weise konnte sich Louis Vuitton von den anderen Luxus-Labels abheben, die im Gegensatz nur visuelles Placement vornahmen. Die Wirkung wurde sogar noch einmal gesteigert, indem die Handtasche in einigen Szenen erschien. So wurde die Erinnerungsleistung des Rezipienten noch einmal deutlich erhöht.

Ein gutes Product Placement funktioniert nur, wenn sich der Zuschauer dadurch nicht belästigt fühlt. Im Fall der Louis Vuitton Handtaschen erkennt man das Paradebeispiel. Trotzdem ist es immer eine Gratwanderung. Es gibt auch andere Fälle, bei denen das Placement eher schlechte Emotionen, etwa Verärgerung oder Desinteresse, bei den Rezipienten hervorgerufen hat. Auch in Zukunft wird es diese Form des Marketing geben. Durch die weltweite Vernetzung werden garantiert noch weitere Möglichkeiten entstehen. Wir können gespannt sein.

2 Gedanken zu „Louis Vuitton in Sex and the City

  • 22. Dezember 2011 um 09:47
    Permalink

    ABF: ich brauch einen Apple!!!
    Ich: Warum denn das?
    ABF: Carry hat auch einen!!! 😀

    Antwort
  • 3. Februar 2012 um 14:54
    Permalink

    Mir war’s schon klar, als ich die erste Folge Sex and the City gesehen hab – es ist im Grunde genommen ein einziger Werbefilm!

    Antwort

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