Geschichte der Handtasche

Wenn die Frage aufkommt, welches das wichtigste Accessoire für eine Frau ist braucht niemand lange zu überlegen. Ganz klar handelt es sich um die Handtasche. Manche tragen sie mit langem Riemen über der Schulter, andere ohne Henkel als Clutch oder auch lässig mit einer Handschlaufe. Dabei können sie aus allen möglichen Materialien bestehen, unterschiedliche Größen haben und zu verschiedensten Zwecken benötigt werden. Doch wo kommt dieser außergewöhnliche Trend her und was macht die Handtasche so besonders?

Im Mittelalter fingen die Männer an Taschen aus Leder und Stoff an ihrem Gürtel zu tragen. Im 15. Und 16. Jahrhundert kamen die Damen hinzu und so entstanden die ersten beutelförmigen Taschen, welche aber eher selten getragen wurden. An ein modisches Accessoire war noch gar nicht zu denken. Im 18. Jahrhundert avancierte der Pompardour oder auch Ridikül genannt, zum modischen Accessoire. Es handelte sich dabei um einen aus feiner Seide genähten Beutel, der keinen festen Boden besaß. Er ließ sich dann mit zwei Schnüren verschließen, welche auch als Henkel und Schulterriemen dienten. Darin wurden dann Utensilien, wie Riechsalz und Puderdose aufbewahrt. Ab 1805 kam die große Wende in der Geschichte der Handtasche.

Besonders elegante Frauen trauten sich nun ohne ihre Tasche kaum noch aus dem Haus. Durch die Erfindung des Metallrahmens 1846 verminderte sich die beutelartige Form deutlich und die Taschen wurden praktischer und modischer. So entstanden auch die ersten Koffer mit Tragegriff und robustem Material. So konnte man die wertvolle Kleidung stilvoll mit auf Reisen nehmen. Auch Ledertaschen wurden erstmals gefertigt. Allerdings sahen diese durch ihren Schnappverschluss eher aus wie Koffer. Ab dem 19. Jahrhundert konnte man die Handtasche nun endlich zum weiblichen Accessoire zählen. Eine weitere essentielle Neuerung kam mit dem Reißverschluss hinzu, welcher von der kanadischen Armee kreiert und salonfähig gemacht wurde. Ein neues Highlight wurde die Pochette, welche in den 20er Jahren besonders beliebt wurde. Sofort folgten Tanz-Täschchen, welche mit Fransen, Metallgliedern und Netztaschen verziert wurden.

In den 30er Jahren floss der Art-Deco Stil mit in das Design ein. Nun zierten Seidenapplikationen, kunstvoller Samt und prunkvolle Details die Taschen. Zu diesem Zeitpunkt waren Unterarmtaschen und Abendtaschen voll angesagt. Das änderte sich allmählich, denn die Trageriemen und Taschen wurden immer größer. So begann die Ära der Umhängetaschen und Schultertaschen. In den folgenden Jahren kamen immer neuere Materialien, wie PVC, Nylon und Kunstleder in die Produktion hinzu. Doch die elegante Dame der 50er Jahre besann sich immer noch auf die zierlichen und graziösen Unterarmtaschen.

In den 70ern und 80ern war es endlich soweit und es begann das Zeitalter der großen Taschen-Designer, wie Prada, Yves Saint Laurent, Gucci, Fendi, Chanel und andere bekannte Modehäuser die wir heute noch kennen und lieben. Nun war die Handtasche fest etabliert und verschiedene Formen und Materialien kannten keine Grenzen mehr.

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